10 Jahre
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Bürgerhaus Stollwerck
Dreikönigenstraße 23
50678 Köln
Tel 0221 / 31 80 53
Fax 0221 / 310 07 18

Straßenbahn Linie 6, 15, 16 Haltestelle Ubierring
Stollwerck - das ist doch diese Schokoladenfabrik" hieß es früher immer- bei der- Nennung dieses Namens -In Köln. Heute heißt es wie selbstverständlich immer mehr- Stollwerck - na klar, das Kulturzentrum in der Südstadt !

Entstanden ist es aus einer Idee der Stadtväter und - Mütter Ende der Siebziger- Anfang der Achtziger- Jahre, im Zuge der Stadtsanierung des Severinsviertels, den Bürgern und Bürgerinnen ein Haus als Begegnungsstätte zur Verfügung zu stellen. Ebenso sollte es teilweise Ersatz schaffen, für die wegfallenden Räume eines selbstverwalteten Kulturszenariums nach dem Abriß der letzten Fabrikgelände an der Annostraße und gleichzeitig die längst dort begonnenen städtischen Aktivitäten von Jugend- und Kulturarbeit weiterführen.

Ausgesucht wurde dafür ein roter Backsteinbau aus dem Jahre 1906, gelegen gegenüber dem Rheinauhafen. Es war ehemals preußisches Proviantamt (Zeughaus) und wurde später von der Bundespost als Lagerhaus genutzt. Nach einem aufwendigen Umbau - durch Land und Stadt mit 5,7 Millionen DM finanziert - entstand hinter denkmalgeschützten Fassaden auf ca. 6400 m2 Nutz- und Verkehrsfläche eines der, größten Bürgerhäuser NRW's. Dabei blieben auch im Inneren charakteristische Teile der Architektur des alten Gebäudes erhalten. Für die Gestaltung des "Glastreppenhauses" und die Gesamtkonzeption erhielten die Architekten zwei bedeutende Auszeichnungen.

Auf 5 Etagen wurden Räume für die unterschiedlichsten Nutzungsmöglichkeiten geschaffen. Es gibt Bereiche für Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, Werk-, Sport-, Gruppcn- und Feierräume. Für Veranstaltungen stehen ein großer Saal (500 Personen), ein kleiner Festsaal und das Theater 509 (Kleinkunstbühne und Kino mit 80 Plätzen.) zur Verfügung.

Die Idee der damaligen Planer war es, schon durch die architektonische Gestaltung und Raumzuordnungen die Grundlage dafür zu schaffen, daß zukünftig Soziales und Kultur nicht mehr als räumlich und inhaltlich getrennte Bereiche behandelt werden.

"Sozialromantische Vorstellungen, daß ein Nebeneinander von Räumen beispielsweise für Kinder und Senioren automatisch für ein Miteinander sorgen würden, hielten der Wirklichkeit nicht stand. Die Realität des täglichen Geschehens sorgte bald für fortdauernden Wandel.

Trotz sorgfältiger, Planungen - das Haus war ja nicht auf Initiative etwa von Bürgergruppen oder Vereinen entstanden - ließ erst die Erfahrung während der- fortschreitenden „Inbesitznahme" des Hauses durch seine NutzerInnen zu, ein auf den Bedarf der BürgerInnen ausgerichtetes Konzept zu entwickeln. Anfängliche Schwerpunkte, wie beispielsweise die Offene Jugendarbeit, mußten aufgegeben werden - auch wegen des Ausscheidens eines Mitarbeiters und aufgrund finanzieller Erwägungen des Trägers nicht wieder erfolgter Besetzung seiner Stelle - und wurden ersetzt durch die Förderung anderer Zielgruppen. Insbesondere die Mädchen- und Frauenarbeit, der kreativgestaltende Bereich und die Stadtteilkulturarbeit wurden ausgebaut.

Im Mittelpunkt der Arbeit des Mitarbeiterteams steht der Gedanke des Miteinanders unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen, unabhängig von sozialer und nationaler Herkunft, von Weltanschauung und Alter.

Die Vielfalt der das Haus nutzenden Menschen, der Ziele, der Arbeitsformen und -möglichkeiten prägen das Bürgerhaus, wobei selbstbestimmtes;, bedürfnisorientiertes Handeln und Erleben im Vordergrund stehen.

Für zahlreiche Aktivitäten können Bürger und Bürgerinnen die Räume anmieten. Ob für Gespräche oder Gedankenaustausch, für Spiel, Sport oder Tanz, für geselliges Beisammensein oder Familienfeiern, für Theaterproben, Kinderspielgruppen oder auch zum Kegeln; für alles stehen entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung.

Wichtigste Besonderheit des Bürgerhaus Stollwerck sind die Musikproberäume und Ateliers für Pop- und Rockmusiker sowie bildende Künstler. Die dort schaffenden Künstler und Künstlerinnen arbeiten eng mit dem Bürgerhaus zusammen. Eine Reihe der bekannesten Kölner MusikerInnen gehen dort ein und aus, proben gemeinsam, erarbeiten vielfältige gemeinsame Projekte. Im Umfeld des Bürgerhauses ist beispielsweise das Humba-Efau-Projekt entstanden.

Unter Zugrundelegung eines erweiterten Kulturbegriffs, der einbezieht, was die Entwicklung des Menschen als Individuum und als Mitglied eines Gemeinwesens weiterbringt (nutzt), ist das Bürgerhaus Stollwerck mit 10 Jahren Kulturarbeit seinem Ziel sehr nahe gekommen, als Kommunikationsstätte für den Stadtteil, Freizeit-, Kultur- und Begegnungsstätte für die Menschen der Südstadt (und Kölns) zu sein.


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